Hintergrundbild

Selbstständig und dann?: Wie Freiberufler langfristig erfolgreich werden

 

Doppelleben – mal anders

Veröffentlicht am 21. Dezember 2011

Dieser Beitrag stammt aus einer wunderbaren Aktion des Netzwerks http://www.texttreff.de , dem „Texttreff-Blogwichteln“ – eine Kollegin schreibt also für das Blog einer anderen. Margit Sies-Gurel, selbstständig als Übersetzerin und Marketing-Betriebswirtin, erzählt hier von den kleinen und größeren Widrigkeiten des Alltags einer selbstständigen Mama. Augenzwinkern nicht ausgeschlossen…

 

Tiefgarage, 8:00 Uhr morgens.

Ich bin mit meinem Vierjährigen auf dem Weg zum Kindergarten. Der Platz neben uns ist leer.

Er: „Mama, schau mal. Frau X ist gar nicht da.“

Ich: „Ja, die ist wahrscheinlich schon bei ihrer Arbeit.“

Er: „Was macht sie denn?“

Ich: „Ich bin mir nicht sicher. Ich denke, sie arbeitet auch irgendwo in einem Büro, wo sie schreibt und rechnet.“

Er: „Aber warum hat sie denn ihr Büro nicht zuhause, so wie du?“

Gute Frage. Vielleicht muss man sich so ein paradiesisches Dasein erst einmal verdienen – im wahrsten Sinne des Wortes?

Wer hat es nicht schon gehört: „Ach, du arbeitest von zuhause aus? Das ist ja praktisch, da hast du ja kaum Kosten.“ Stimmt tatsächlich. Wenn man absieht von den üblichen „Verdächtigen“, die so selbstverständlich sind, dass sie kaum einer Erwähnung bedürfen, zum Beispiel Telefon, Büromaterial und ein paar Fachbücher. Wenn man der Meinung ist, man könne seine Steuererklärung selbst zusammenbasteln und den einen oder anderen Rechtsstreit mit ein paar netten Worten ausbügeln. Wenn man Auto fahren als Privatvergnügen erachtet, nie krank wird und die Arbeit so viel Spaß macht, dass man nicht mehr in Urlaub fahren möchte. Und sich um seine Altersvorsorge in ein paar Jahren kümmert, wenn „der Laden erst mal läuft“ – ja, dann hat man zwar tatsächlich kaum Kosten. Aber mit Sicherheit auch kein erfolgreiches Unternehmen.

Die Zeiten, in denen „Home Office“ assoziiert wurde mit „Heimarbeit“ in Gestalt von bastelnden Hausfrauen, die sich ein Taschengeld für den Friseur verdienten, sind längst vorbei. Neue Berufsbilder und flexible Arbeitszeitmodelle in vielen Branchen haben den heimischen Arbeitsplatz salonfähig gemacht, unter Umständen sogar notwendig. Und es sind aus naheliegenden Gründen natürlich viele Frauen mit (kleinen) Kindern, die hier ihre Chance sehen: mit einer selbstständigen Tätigkeit Kind und Job unter einen Hut zu bringen.

Wer bereits in seinem letzten – kinderlosen – Leben selbstständig war, weiß ja schon, wo der Hase lang läuft und was einen erwartet. Aber kann eine Frau, die kurzzeitig Expertin für Gemüsebreie und Windeldermatitis war, früher oder später wieder ein notwendiges Maß an Professionalität in ihrem ursprünglichen Beruf ausstrahlen? Kann sie. Mit folgenden Hilfen im Gepäck:

Und wenn der Sprössling dann statt eines neuen Kinderzimmers lieber „ein Büro“ haben möchte, so „wie ihr da oben“, ja, dann könnte das doch ein Beweis sein für eine gelungene Work–Life-Balance, oder?

5 Kommentare


Ihre Meinung ist mir wichtig!

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

5 Kommentare
  1. [...] Margit Sies-Gurel über die Work-Life-Balance bei Freiberuflern mit Kindern: Doppelleben – mal anders [...]

    22. Dezember 2011 • Ein Sack voller Geschichten | querbeet gelesen


  2. Aus der Seele gesprochen. Den Spagat, Kindern und Arbeit gleichermaßen gerecht zu werden, wenn frau selbstständig ist, kenne ich auch; unser Sohn ist 3.

    Wie die meisten Frauen bin ich diejenige in der Partnerschaft, die halbtags arbeitet, aber auch flexibel: abends und am Wochenende, wenn es notwendig ist. Dafür habe ich das Verständnis meines Mannes, der mir dann den Rücken frei hält ;-)

    11. Januar 2012 • Montserrat Varela


  3. wobei unsere Art von “Halbtags”-Arbeit sicher nicht der Norm der Angestellten-Teilzeit entspricht – im positivsten Sinne, oder? Ich persönlich schätze das, genau wie du empfinde ich diese Arbeitsweise als sehr viel flexibler.

    11. Januar 2012 • Constanze Hacke


  4. Herrlich geschrieben und so wahr!
    Ich als Selbständige mit 3 Kindern empfinde es als sehr wichtig dass es auch ein Leben neben den Mama-Darsein gibt.
    Sicherlich kommen wir alle ab und an an Grenzen, allerdings möchte ich persönlich meine Büro- und Kinderzeit nicht missen.

    Ich halte den Damen dann den Rücken für den Impftermin frei ;)

    30. Januar 2012 • Daniela Henkel


  5. … Gott sei Dank halten sich dann ja ab einem bestimmten Lebensalter die Impftermine in Grenzen ;-)

    30. Januar 2012 • Constanze Hacke